Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

Natur, die mehr geneigt war, zu lebe»,huch übermQualm und Lärm des trüben Flecks, den Menschen Erdenennen,"- zu verkehren mit den hohen, keuschen Schö-pfungen ihrer eigenen Gedanken eine Welt ans Em-pfindungen zu machen, welche dieser niedern Welt unbe-kannt ein Paradies, worein Sünde, Argwohn,Furcht noch nicht gedrungen find, wo Gott kein Nebelwahrnehmen, die Engel keine Veränderung vorempfindenwürden. . -

Arams Rückkehr wurde jetzt täglich, ja stündlich er-wartet. Nichts störte die sanfte, wenn auch gedankenvolleHeiterkeit, womit seine Verlobte der Zukunft entgegen sah.Tiefer noch als selbst seine mündlichen Bekenntnisse trugenfeine schriftlichen Mittheilungen das Jengniß der Liebe insich. Diese Briefe hatten nicht sowohl eine stürmischeFreude, als ein volles, mildes Licht der Seligkeit überihr Herz verbreitet. Alles, selbst die Natur, schien ihrenHoffnungen freundlich zuznlächeln. Seit Menscheugcden-ken hatte der Herbst kein so liebliches Gewand getragen.Die würzige, erfrischende Wärme, welche diese Jahreszeitbisweilen auszeichnet, war immer noch nicht durch jenefröstelnden Winde oder trüben Nebel gebrochen, die unsso traurig von dem Wechsel sprechen, der über die schöneWelt dahcrgeschlichen kommt. Die Sommergäste unter denVögeln weilten noch in ganzen Schaaren, und zeigten kei-nen Trieb zur Abreise; ja ihr Gesang, vor Allem der Ge-sang der Feldlerche die den alten englischen Dichternwar, was die Nachtigall den morgenländischen schien