8
zimmer und schloß die Thüre. Ellen saß am ent-gegengesezten Ende, und da ich leichter auftrat, be-merkte sie mich nicht, bis ich ganz nahe bei ihrstand.
Sie fuhr bei meinem Anblick auf, und ihre zu-vor ganz blaffe Wange färbte sich mit tief-r RLthe.,,Guter Himmel, sind Sie es ?" sagte sie mit beben-der Stimme. „Ich — ich dachte, aber — aber ent-schuldigen Sie mich für einen Augenblick, ich willmeine Mutter rufen."
„Bleiben Sie einen Augenblick, ich bitte Sie;von Ihrer Mutter komme ich gerade her — sie hatmich an Sie gewiesen." Und mit zitternder, hasti-ger Stimme (denn alle meine sonstige Herzhaftigkeitverließ mich) schüttete ich in raschen, brennendenWorten die Geschichte meiner geheimen und zurück-gedrängten Liebe, ihre Zweifel, Befürchtungen undHoffnungen aus.
Ellen sank schweigend, übermannt von ihren Ge-fühlen und von der Heftigkeit der meinigen, auf ih-ren Stuhl zurück. Ich kniete nieder und faßte ihreHand, bedeckte sic mit Küssen; sie entzog sich ihnennicht. Ich erhob mein Auge und sah in dem ihri-gen Alles, was mein Herz gehofft hatte, aber sichnicht auszumalen wagte.
„Sie — Sie," sagte sie, als sie endlich Wortefand — „Ich stellte mir vor, Sie denken an nichtsals Ehrgeiz und die Welt; ich konnte mir hievon