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„Dann haben Sie den Werth meiner Schwester nicht kennengelernt/' sprach Alice, ihre Hand zurückziehend, „sie spricht immervon Ihnen, als von ihrem theuersten Freunde."
„Mit Freude darf ich sie dafür halten," versetzte Duncanhastig, „ich wünschte, sie wäre es mir in noch höherem Grade;aber mit Ihnen, Alice, darf ich nach Ihres Vaters Erlaubuißnoch ans ein näheres, thenreres Band hoffen."
Alice zitterte heftig und wandte ihr Gesicht einen Augen-blick bei Seite, einer ihrem Geschlechts so natürlichen Empfindungnachgebend: doch bald schwand dieser Eindruck und sie war wiederHerrin ihrer Fassung, wenn nicht ihrer Gefühle.
„Heyward," sprach sie, ihn mit einem rührenden Ausdruck vonUnschuld und Vertrauen anblickend, „geben Sie mir die heiligeGegenwart und die Einwilligung meines ehrwürdigen Vaters, be-vor Sie weiter in mich dringen."
„Mehr durfte und weniger konnte ich nicht sagen," war derJüngling im Begriff zu antworten, als ihn ein leichter Schlagauf seine Schulter unterbrach. Er sprang auf, wandte sich gegenden Eindringling, und seine Blicke fielen auf die dunkle Gestaltund das boshafte Gesicht Magua's. Das gedämpfte Lachen ausder Kehle des Wilden tönte in einem solchen Augenblick für Duncanwie der höllische Hohn eines Dämons. Wäre er dem ungestümen,heftigen Drange des Augenblicks gefolgt, so hätte er sich auf denHmronen geworfen, und sein Schicksal dem Ausgang eines Kampfesum Leben und Tod anvertraut. Da er aber keine Waffen hatteund nicht wußte, welche Hülfe dem listigen Feind noch zu Gebotestehe — da er zudem für die Sicherheit eines Wesens zu wachenhatte, das eben jetzt seinem Herzen theurer als je geworden war,gab er diesen verzweifelten Entschluß eben so schnell ans, als erihn gefaßt hatte.
„Was hast Du vor?" fragte Alice, ihre Hände sanft aufihrer Brust kreuzend, während sie damit kämpfte, die todtliche