338
noch einen Augenblick stehen, umseinen Littern Triumph zu genießenund wandte sich dann ab, als schauderte er bei dem Anblick derMenschen, verhüllte das Gesicht mit seiner Decke und entfernte sichmit dem geräuschlosen Tritte eines Indianers', um in der Abgeschie-denheit seiner eigenen Hütte die Theilnahmc einer Gefährtin zusuchen, alt, kummervoll und kinderlos wie er.
Die Indianer, welche an eine Vererbung der Tugenden undFehler des Charakters glauben, ließen ihn stillschweigend hinausgehen.
Als er sich entfernt hatte, zog einer der Häuptlinge, getriebenvon einer zarten Rücksicht, die manche gebildetere Kreise der Ge-sellschaft anstreben dürften, die Aufmerksamkeit der jungen Kriegervon der Schwäche ab, von der sie so eben noch Zeugen gewesenwaren, und wandte sich in freundlichem Tone an Magna, denletzten Ankömmling.
„Die Delawaren sind um mein Dorf geschlichen, wie die Bärennach den Honigkörben. Aber wer hat einen Huroncn je schlafendgefunden?"
Die finstere drohende Gewitterwolke, die dem Donnerschlagc vor-angeht, ist nicht schwärzer, denn Magua's Braue war, als er rief:
„Die Delawaren von den Seen!"
„Nicht doch. Die, welche Weiberröcke an ihrem eignen Flussetragen. Einer von ihnen ist durch den Stamm gegangen."
„Haben meine jungen Krieger seinen Skalp genommen? —"
„Seine Beine waren gut, obgleich sein Arm besser für dieHacke als für den Tomahawk taugt," erwiederte der Andere, aufdie unbewegliche Gestalt des Mohikaners deutend. .
Statt mit weibischer Neugierde seine Augen an dem Anblickeines Gefangenen zu weiden, dessen Volk er mit so vielem Grundhaßte, rauchte Magna mit der nachdenklichen Miene fort, die ihmeigen war, wenn seine Arglist oder Beredsamkeit nicht unmittelbarin Anspruch genommen wurde. Obgleich über die in der Rede desalten Vaters kundgewvrdcnen Thatsachen insgeheim verwundert.