fragte er in der ersteren Sprache, von einem Gesteht ans das andereschauend, und in der Hoffnung einem bejahenden Nicken zu begegnen.
Obgleich inehr denn ein Kopf sich wandte, den Sinn seinerWorte zu fassen, so blieben sie doch unbeantwortet.
„Es wäre mir leid," fuhr Duncan langsam und in dem ein-fachsten Franzonsch, dessen er mächtig war, fort, „wenn ich glaubenmüßte, daß keiner in dieser weisen und tapferen Nation die Sprachedes ,großen Monarchen/ deren er sich gegen seine Kinder be-dient, verstehe. Schwer würde es ihm auf das Herz fallen, müßteer denken, daß seine rothen Krieger ihm so wenig Ehrfurchtbezeigen!"
Eine lange und ängstliche Pause erfolgte, keine Bewegungeines Gliedes, kein Ausdruck eines Auges ließ die Wirkung er-rathen, die seine Bemerkung hervorgebracht hatte. Duncan, wel-cher wußte, daß Stillschweigen eine Tugend bei seinen Wirthenhieß, benützte gerne diese Sitte, unterdessen seine Gedanken zuordnen. Endlich antwortete derselbe Krieger, der sich vorher anihn gewandt hatte, mit der trockenen Frage in canadischcr Mundart:
„Wenn unser großer Vater mit seinem Volke spricht, geschiehtes in der Sprache der Hnronen?"
„Er kennt keinen Unterschied unter seinen Kindern, mag dieFarbe ihrer Haut roth, schwarz oder weiß sepn," antworteteDuncan, ausweichend, „obgleich er besonderes Wohlgefallen anden Hnronen hat!"
„Wie wird er aber sprechen," fragte der schlaue Häuptling,„wenn die Läufer ihm die Skalpe zählen, die vor fünf Nächtennoch auf den Köpfen der Pengeese* wuchsen?"
„Sie waren seine Feinde," sprach Duncan, unwillkürlich schau-dernd, „und ohne Zweifel wird er sagen: es ist gut — meineHnronen sind sehr tapfer."
„Unser Canadavater denkt nicht so. Statt vorwärts zu schauen" Engländer.