299
die gefährliche Mündung wieder nnd streckte seinen langen Nackenvor, als sollte dieser eine so mißliche Untersuchung noch weiterunterstützen.
„Der Schelm ist keinHuronc" sprach er, „auch keiner aus denCanadastämmen, und doch seht Ihr an seinen Kleidern, daß er einenWeißen geplündert hat. Ja, Montcalm hat die Wälder für seinenEinfall gcdrandschatzt und eine lärmende, mörderische Rotte um sichversammelt. Könnt Ihr sehen, wo er seine Büchse oder seinenBogen abgelegt hat?"
„Er scheint unbewaffnet, und überhaupt keine schlimmen Ab-sichten zu hegen. Wenn er nicht seine Gefährten, die dort untenam Wasser sich ducken, in Allarm bringt, so haben wir nur wenigvon ihm zu fürchten."
Der Kundschafter wandte sich gegen Heyward und sah ihneinen Augenblick mit unverholcnem Erstaunen an; dann öffneteer den Mund weit nnd brach in ein volles nnd herzlichesLachen aus, aber immer in jener schweigsamen Weise, die ihnhäufige Gefahr gelehrt hatte.
„Gefährten, die am Wasser herumschleichen!" wiederholte er:„das hat man davon, daß man seine Jugend in der Schule nndinnerhalb der Niederlassungen verbringt! Der Schelm hat jedoch langeBeine und wir dürfen ihm nicht ganz trauen. Haltet ihn miteurer Büchse im Respekt, bis ich durch das Gebüsch von hinten heran-schleiche und ihn lebendig fange. Schießt aber auf keinen Fall!"
Schon war sein Gefährte halb in dem Dickicht verschwunden,als Heyward seinen Arm vorstreckte, und ihn mit der Frage nocheinmal anhielt:
„Wenn ich euch in Gefahr weiß, sott ich da nicht einenSchuß wagen?"
Hawk-eye sah ihn einen Augenblick an, wie einer, der nichtrecht wußte, wie er die Frage nehmen sollte; dann nickte er mitdem Kopfe und antwortete lachend, obgleich kaum hörbar: