Druckschrift 
1 (1841) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
298
Einzelbild herunterladen
 

298

im Begriff, das Krähensignal zn geben, als ein nahes Rauschender Blätter seine Augen nach einer andern Seite zag.

Der junge Mann fuhr auf und prallte einige Schritte instinkt-mäßig zurück, als er einige hundert Schritte vor sich einen fremden In-dianer erblickte. Er ermannte sich jedoch augenblicklich wieder, und blieb,statt Lärm zu machen, der ihm selbst hätte verderblich werden können,unbeweglich stehen, ein aufmerksamer Beobachter des neuen An-kömmlings.

Ein Augenblick ruhiger Betrachtung überzeugte Dnncan, daßer noch unentdeckt sey. Der Eingcborne schien, wie er, beschäftigt,die niedrigen Hütten des Dorfes und die eiligen Bewegungen seinerBewohner zu beschauen. Unter der Maske einer grotesken Malereiwaren seine Gesichtszüge unmöglich zu erkennen: doch war es Dunean,als ob sie eher Schwermuth als Wildheit ausdrückten. Sein Kopfwar, wie gewöhnlich, geschoren bis aus den Scheitel, von dessenSchopf drei oder vier verwitterte Falkenfedcrn lose herabwehtcn.Ei» zerrissener Calicomantel umgab seinen Leib zur Hälfte, währendder untere Theil seiner Bekleidung ans einem schlichten Hemde be-stand, dessen Aermel einen Dienst versahen, der sonst durch eineweit bequemere Vorrichtung geleistet wird. Seine Beine warenuackt und von Dornen kläglich zerrissen, seine Füße aber trugenein paar Moccasins von gutem Hirschleder. Kurz das Aussehen desIndividuums war verwahrlost und elend.

Dnncan war immer noch mit neugieriger Betrachtung seinesNachbars beschäftigt, als der Kundschafter still und vorsichtig anseine Seite schlich.

Ihr seht, wir haben eine ihrer Niederlassungen oder einLager erreicht," flüsterte ihm der junge Mann zn,und hier isteiner der Wilden selbst, der unsere ferneren Bewegungen sehrstörend hemmt."

Hawk-eye fuhr ans und ließ seine Büchse sinken, als er, demFinger seineSBegleiterS folgend, den Fremden gewahrte. Doch senkte er