„Das ist das Auszeichnende eines ächten Kriegsmanncs," ver-setzte Cvra mit bewundernswürdiger Geistesgegenwart und ebenfallsfranzösisch — „lebe wohl, Freund, ich wünschte dir wohl einen an-genehmcrn Berns zu erfüllen!" Der Soldat salutirte sie höflichfür ihre Artigkeit. Nach einem „Gute Nacht, Freund!" von Hey-ward zogen die Reisenden bedächtig weiter. Die Schildwache, welchewieder am Ufer des Teichs ans und niederging und sich nicht em-fallen ließ, daß ein Feind so frech herbeikommen könnte, trillertebeim Anblick der Frauen, der vielleicht Erinnerungen aus seinemfernen und schönen Frankreich in ihm erweckte, die Strophen einesLiedes, das mit den Worten anfängt:
Vivo Io vin, vivo l'omoui-, ete.
„Das war gut, daß Ihr den Schelm verstandet!" flüsterte derKundschafter, als sie sich ein wenig entfernt hatten, und ließ seineBüchse in die Biegung seines Armes sinken; „ich sah gleich, daßes einer von den unruhigen Franzmännern war; und er that wohldaran, daß er so freundlich sprach, sonst hätte er unter die Gebeineseiner Landsleute gebettet werden können."
Hier wurde er von einem langen und heftigen Stöhnen unter-brochen, das aus dem kleinen Wasserbecken kam, als ob die Geisterder Hingeschiedenen um ihr Waffergrab spukten.
„Gewiß hatte Der Fleisch und Bein," fuhr der Kundschafterfort; „kein Geist hätte sein Gewehr so fest handhaben können."
„Hatte Fleisch und Bein; ob aber der arme Schelm noch dieserWelt angehört, muß ich wohl bezweifeln," erwiederte Heyward, alser, um sich blickend, Chingachgook in ihrem kleinen Auge vermißte.Ein zweites Stöhnen, schwächer als das erste, folgte auf einenlauten, unheimlichen Sturz in das Wasser, und Alles ward wiederstill, als ob die Ufern dieses düsteru Teiches seit der Schöpfungnie in ihrer Ruhe gestört worden wären. Während sie noch inUngewißheit waren, sahen sie die Gestalt des Indianers aus demDickichte gleiten. Als der Häuptling wieder zu ihnen herankam,