III. Rccensionen. 43 »
ein Druckfehler, der irre machen muß, vorgegangcn.Es soll nämlich dies Gedicht auf der fohlenden Seiteohne neue Ucberschrift fortgehen , obgleich auf r36in der Seitenzahl 047 folgt. Der Kalte (S. 149.)Eine furchtbar-eiserne Denkart. Einige Epigrammein der sanften griechischen Manier bergen sich unterden zu bescheidnen Namen Einfalle; sie sindmehr als dies, z. B. der Dichter, Raketeund Schwärmer, die Nachtigall, dieWolke, der Wein, der grüne Schlcier,Liebe des Dichters. Sie fugen sich den schön-sten Epigrammen dieser Art, die wir in unsrerSprache haben, bei.
Einmal lieb' ich und Einmal leb' ich. Unsterbliche
Götter
Wenn ihr das Eine mir raubt, nehmt auch dasAndre dahin.
Aus diesem ganzen Verzeichnis! erhellet, daß dieDichterin nickt etwa nur im genuine» Sinn desWorts durchaus moralisch, sondern gerade aufder feinen Saite des Herzens moralisch sey, wo dasxoco äi pirr so sehr beleidigt; diese Saite betrifftSchmerz und Liebe. I» beiden beobachtetsie, fast schüchtern, den innern Wohlstand des Her-zens , der ihrem Geschlecht der größeste Schmuck ist.Lieber unterwirft sie sich dem Vorwurf der Mono-tonie , als daß sie „Flammen sprühen" oder auchden empfindlichsten Schmerz zu laut singen wollte.Auch muß es ihr zum Lobe ungerechnet werden, daßsie den neuesten Dichter-Zargon nicht nachahmt, nichtaffectiret. Allenthalben spricht sie ihre eigne, sehrgebildete Sprache.