Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
Entstehung
Seite
401
Einzelbild herunterladen
 

gor

III. Recensionen.

zu andern Zwecken sevn maq, kommt sie doch nichtzum Ziel, indem sich unmöglich Eine Sprache indie andre verwandeln laßt.

Unser Uebersetzer gehört zur zweiten Gattung;er hat sich darüb.r in der männlich schon geschriebe-nen Vorrede selbst erkläret. Nachdem er die Dicht-kunst, besonders die erotische und dann seinenProper; mit treffenden Gründen in Schutz ge-nommen , auch die Veranlassungen berührt bat, dieihn, „in einem Zeitpunkt, der durch seinen unglück-lichen politischen Einfluß jedes Herz erschütterte"erst in Prosa dann in Sylbenmaaßcn zum Ueber-setzer des Proper; machten, fahrt er fort: „In der„That, ein prvperzisches Distichon immer wieder in„die ähnlichen deutschen Zeilen zu schließen, ist eine„Aufgabe, die zuweilen ihre Schwierigkeit hat.„Der Pentameter ist immer unsrer Sprache unbe-quem, weil er durch die wenige Abwechselung, die„wir ihm verschaffen können und durch öfternMan-„gel eines freiem Ausganges der letzten Halste, gar„leicht in Mattigkeit und Monotonie verfallt. —„Ucbrigens ist seit einiger Zeit viel, vielleicht zu viel„über unsre Sprache und Sylbenmaaße geschrieben„und gcklügelt worden; cs könnte fast schurren,„man wolle, statt den Kern zu nehmen, sich lieber„mit der Schale belustigen." Und fügt folgendeBemerkung hinzu:

„Eine Sprache ist eine feste bleibende Sache.„Sie ist mit der Natur des Menschen, seiner Vor-„stcllungsart und Empfindung innigst verknüpft, so

Herders W.Lit.u.Kunst. XIH. Ec Aac/Uere.