III. Recensionen.
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die Dichterin, deren Nachlaß hier erscheint, istdavon ein Erweis. Von Kindheit auf brachte siedie schönsten Jahre ihres Lebens unter Menschenzu, üb r d.ren Rohheit unter den armseligsten Um-standen man beinabe nicht genug erstaunen kann.Ist das, (sa.t man zu sich selbst, wenn man dieerste Halste der wohlgeschriebencn, äußerst merkwür-digen Lebensbeschreibung liefet, die hier die Tochtervon ihrer Mutter giebt,) ist das eine Provinz Deutsch-lands? oder sind wir in Polen, in der Moldau?Leben so cultivirte Menschen miteinander? — Dietalcntrcichc Mutter, derKarschin, ihr Oheim,dem sic das schöne Lied: ,,Kommt herauf ge-
stiegen aus dem Sande," gesungen hat,sodann ein Hirtenknabe, der ihr Bücher zum Lesenverschaffte, sind die einzigen Gestalten, die uns indieser Wüste noch einige Freude gewähren. — DerBaron Kottwitz brachte sie endlich nach Berlin,wo sie zuerst angestaunt, leider aber von den mei-sten nur angcstaunt ward. Man ließ sie singen;und glaubte zuletzt ihr eine Ehre zu erweisen, wennman ihre Gesänge nur annahm. Natürlich stieg indieser lobsingenden Sphäre ihr Flug nicht höher mitden Jahren, und cs ist sehr zu verwundern, daßsie noch so lange, immer mit einigen guten Tönen,ihre Stimme behalten. Ihr letztes Gedicht an dieHerzogin von Port' (S. Zueignung dieser Samml.S. 2.) ist vom Oktobr. 1792 und sie starb am >2.Okt. Wenn einst eine, nicht nur dem Namen
nach, sondern i m G em ü th cultivirte deutsche Nach-welt diese Lebensbeschreibung lesen und mit den un-streitigen Talenten unsrer Dichterin, die aus vielenGedichten hervorleuchtcn, zusammen halten sollte,