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II. Andenken an einige
laufen die Sccnen! wie kürzer die Reden und ge-flügelter die Seelen, die Leidenschaft, die Hand-lung! und wie mächtig sodann dieses Laufen, dasHinstreucn gewisser Worte, da niemand mehr Zeithat. Endlich zuletzt, wenn er den Leser ganz ge-tauscht und im Abgrunde seiner Welt und Leiden-schaft verloren sieht, wie wird er kühn, was läßter auf einander folgen! Lear stirbt nach Cordelia,und Kent nach Lear! cs ist gleichsam Ende seinerWelt, jüngster Tag da, da Alles auf einander rolletund hinstürtzt, der Himmel eingewickelt und dieBerge fallen: das Maaß der Zeit ist hinweg. —
Freilich wieder nicht für den lustigen, munterenKa k lo ga lli a n e r, der mit heiler frischer Hautin den fünften Akt käme, um an der Uhr zu messen,wie viel da in welcher Zeit sterben? aber Gott,wenn das Kritik, Theater, Illusion seyn soll —was wäre denn Kritik? Illusion? Theater? waS be-deuteten alle die leeren Wörter.
Nun finge eben das Herz meiner Untersuchungan, „wie? auf welche Kunst und Schöpferwcise„Shakespeare eine elende Romanze, Novelle„und Fabelhistorie zu solch einem lebendigen Gan-„zcn habe dichten können? Was für Gesetze unsrer„historischen, philosophischen, drama-„ti sehen Kunst in Jedem seiner Schritte und„Kunstgriffe liege?" Welche Untersuchung ! wie vielfür unfern Geschichtbau , Philosophie der Menschen-seelen und Drama. — Aber ich bin kein Mitglied