ältere deutsche Dichter. Ar3
Cassis und Rodrich, Othello und Desdemone ind e n Charakteren, mit dem Zunder von Empfäng-lichkeiten seiner Höllenflamme, um ihn stehen muß,und jedes ihm in den Wurf kommt, und er allesbraucht, und Alles zum traurigen Ende eilet. —Wenn ein Engel der Vorsehung menschliche Leiden-schaften gegen einander abwog, und Seelen undCharaktere gruppicte, und ihnen Anlässe, wo Jedesim Wahn des Freien handelt, zuführt, und er siealle mit diesen« Walmc, als mit der Kette desSchicksals zu seiner Idee leitet— so war der mensch-liche Geist, der hier entwarf, sann, zeichnete,lenkte.
Daß Zeit und Ort, wie Hülfen um den Kernimmer mit gehen, sollte nicht einmal erinnert wer-den dürfen, und doch ist hierüber eben das hellesteGeschrei. Fand Shakespeare den Göttergriff, Eineganze Welt der disparatesien Auftritte zu Einer Be-gebenheit zu erfassen; natürlich gehörte cs eben zurWahrheit seiner Begebenheiten, auch Ort und Zeitjedesmal zu idcalisircn, daß sie mit zur Täuschungbeitrügen. Ist wohl jemand in der Welt zu einerKleinigkeit seines Lebens Ort und Zeit gleichgültig?und sind sie's insonderheit in den Dingen, wo dieganze Seele geregt, gebildet, umgcbildet wird? inder Jugend, in Scenen der Leidenschaft, in allenHandlungen auf's Leben! Jst's da nicht eben Ortund Zeit und Fülle der äußern Umstände, die derganzen Geschichte Haltung, Dauer, Exi-stenz geben muß, und wird ein Kind, ein Jüng-ling, ein Verliebter, ein Mann im Felde der Tha-tcn sich wohl Einen Umstand des Lokals, des Wie?