ältere deutsche Dichter. 3ng
Sprache der neuern Zeiten Begebenheit (ckvs-nsmsnt) großes Ereignis? nennen wollen —o Aristoteles, wenn du erschienest, wie würdest duden neuen Sophokles homerisiren! würdest so eineeigne Theorie über ihn dichten, die jetzt seine Lands-leute , H o in c und Hurd , Pope und John-son noch nicht gedichtet haben! Würdest dich freuen,non Jedem Deiner Stücke, H and! u ng, E h a-cakter, Meiin ungen, Ausdruck, Bühne,wie aus zwei Punkten des Drcyecks Linien ziehenzu können, die sich oben in Einem Punkte desZwecks, der Vollkommenheit begegnen! Wür-dest zu Sophokles sagen? mahle das heilige Blattdieses Altars! und du o nordischer Barde alle Sei-ten und Wände dieses Tempels in dein unsterblichesFresko l
Man lasse mich als Ausleger und Rhapsodistenfortfabren: denn ich bin Shakespeare nabcr als demGriechen. Wenn bei diesem das Eine einer Hand-lung herrscht: so arbeitet Jener auf das Ganze
eines Ereignisses einer Begebenheit. Wennbei Jenem Ein Ton der Charaktere herrschet, sobei diesem alle Charaktere, Stande und Lebensarten,so viel nur fällig und nöthig sind, den Hauptklangseines Concerts zu bilden. Wenn in Jenem Einesingende feine Sprache, wie in einem Hähern Actbertönet, so spricht dieser die Sprache aller Alter, Men-schen und Menschenarten, ist Dollmetscher der Na-tur in all' ihren Zungen — und aus so verschiede-ne» Wegen beide Vertraute Einer Gottheit?— Undwenn jener Griechen vorstellt und lehrt und rührtund bildet, so lehrt, rührt und bildet Shakespeare