283
II. Andenken cm einige
Dies mögen sie denn auch , meynte ich , fü runsre Zeit sepn; in der Welt nichts als G leich-nissreden, die Andrea aus seiner, für seineZeir machte, und die der unsrigen nur als alteParabeln verkommen sollen, und Vorkommenwerden. Mich dünkt, ich bore und leie bereits:„Gottlob, daß das alles nicht mebr auf untre Zeit„passet! wie weit sind wir voran!" und fr.uemichdarüber, und saoc auch Gottlob! Und dennoch bitteich diese alten Gleichnis; - oder Unqleicknißrcdcn mitnachsehender Geduld zu lesen. Denn eben zu Ver-gleichung unsrer mit jener Zeit wollte ich Anlaßgeben. Je schärfer diese geschieht, je rühmlicher siefür unsre Zeit ausfällt; desto besser. Nur verzeiheman mir, daß ich den alten Andrea in dies neueLicht nicht qemahlt habe. Einem RembrandschcNKopf TitianiAie oder Mcngsische Farben zu geben,wäre ganz außer Zweck und Ort.
Also auch sein redliches cbrjstliches Herzkonnte und wollte ich dem guten Andrea nicht aus-rcißen; und auch darüber wird kein Verständigermich tadeln.
Im Ernst geredet. Nicht jeder in der deutschenNation liefet als Kunstlichter; nicht jeder Kunstrich-ter will alle Augenblicke seines LebeNS so le^en. GuteAepfcl bricht man gern auch von einem alten, ver-wachsenen Baume, und genießt den Saft der Pom-meranze, selbst wenn sie nicht eben unter der mil-desten Sonne Zur Reife gedieben wäre. Ja, (weilich über Embleme auch emblcmatisch reden darf) oft,meine Brüder, ist das Halbe besser als das Ganze;
und