ältere deutsche Dichter.
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Des Herren Pflicht ist, daß er beiden gleiche.
In allen Zeiten Hab' er Löwenruf,
Und denke, daß ihn Gort dazu erschuf
Mir seinem Schwert zu schaffen Ruh dem Reiche.
Auch soll er Straußes Augen ha'nSein Volk zu lieben und ihm beizustahn.
Den Edlen soll er Ehre geben;
Sie verdienens wohl auf Einen Lag; sie opfern ihm
ihr Leben.
Haushalt der Tugenden.
Ist jener Spruch der Alten wahr und treu,Daß nur die T u g e nd edel sey,
So ists auch wahr, daß ohne JuchtVergebens man die Lugend sucht;
So will die Zilcht BescheidenheitIu ihrem Ingesinde ha'n;
So will Bescheidenheit die MaaßeZum Rathe bei ihr la'n;
Die Maaße will, daß Milde nieDurchs ganze Jahr ihr von der Rechten weiche;Die Milde will, daß ihr die SchaamDer Ehre Spiegel vor die Augen reiche;
Dann kommt die Gottesliebe treu und zart —Welch Herz mit diesen Allen erfüllet ward,
Ist alles Falschen frei, und jeden Ruhmes werth,Besitzer mehr als Gold und was d-ie Welt ge-währt.