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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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257
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ältere deutsche Dichter.

deklamircn; sie kann also tiefer und cigcnthümlicheran di. Seele reden, wenn sic ei» lebendiges Wort-und Empfmdungsgemählde auszudrückcu hat, nichtcsmn mechanischen Rhythmus. Italien ist abermalsZeuge. Gesang und Sprache wird bei ihm vielmehrEins, als bei uns; warum? die italienische Poesieskandirt nicht, sondern sie deklamirct. Kurz, wennWcckherlin die englische Poesie in Allem auszudrü-cken suchte, so that er wohl, daß er sie hierum ver-ließ und seinen Vätern folgte. Die englische Spracheist voll cinsylbiqer Worte; die längeren werden zu-sammcngczogen und nach dem Schall im Munde,nicht nach den Sylben gerechnet; bei uns Deutschenist Alles dies anders. Und doch bat die englischeProsodie Auskünfte getroffen, vor denen wir unsnoch fürchten, und lieber unsre Sprache verder-ben. *)-

*) So wahr dies alles in Absicht der einförmigenJamben, zuM.al wenn sie hölzern gebraucht wer-den, seyn mag: so paßt es nicht auf andre le-bendigere Sylbenmaaße, in denen das Metrummit dem Geist und Genie des Gedichts, ja selbstmir der Physiognomie jedes Verses und jederStrophe aufs innigste Eins wird. Keine SpracheEuropas kann sich hierinn der Griechischen sozwanglos nähern als die Deutsche; und natürlichist dies eine vollkommnere Wersification, alswenn die Deklamation eines Gedichts der Skan-sion desselben widerspricht und diese nur sür dasAuge gemacht scheinet. Auf jedem Wege ist

Herders W. Lit.u.Kunst. XIll. R