altere deutsche Dichter.
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Fünfter Brief,
Von jeher Hot- die deutsche Poesie die Moralgesiedet. Gewiß nicht nur, weil sie seit der christli-chen Zeitrechnung von den Klöstern eiusging, undmeistens religiösen Inhalts war; sondern wohl auchdes biedern Charakters und der Rechtlichkeit der Na-tion wegen. Ein hoher Aufschwung, eine zügelloseLiren; log weder in der Gemüthsnrt, noch in denGewohnheiten, Sitten und Gesetzen der Deutschen;selbst dos Klima begünstigte solche nicht, oder esfodcrte sie wenigstens nicht auf. Wenn man also,hen warmern Nationen eine tiefere Empfindungzugebcn, mithin auch manche raschere Ausschweifungzu gut halten muß: so haben wir uns dagegen den.Weg der goldnen Mittelmäßigkeit gesichert , und da-zu, wie alles, so auch unsre Versart eingerichtet,Für Fabel und Sprüche, die beiden leichtestenEinkleidungen der poetischen Moral, ist die kleineVei;sart in achtsylbigcn Jamiun, die den mittlerenJahrhunderten isie gewöhnliche war, gleichsam ge-,schaffen. Beide haben sich ibr auch sehr glücklich,oft mit beneidcnswcrtbcr Kürze und wenn ich so sa-gen darf, mit einer Rechtschaffenheit cinge-präget, daß der ziemlich eintönige Vers gleichsamein Echo der eintönig-starken Ucbcrzeugung zu seynscheinet. Schon in den Dichtern der schwäbischenZeiten bemerkt man, dass, so riel Kunst man auchauf die Bildung einer abwechselnden Strophe ver-