214 II. Andenken NN einige
krochen; die Thicr-Cbaraktcre bandeln in ihrer Be-stimmtheit, mit der angenehmsten Abwechselung fort,und Reineke, der in einem großen Theil des Ge-dichts , wie. Achill, in seinem Schloß Malepartusruhig sitzet, ist und bleibt doch, das Hauptrad, dasalles in Bewegung bringt, in Bewegung erkält,und mit seinem unübertrefflichen Fuchscharaktec demGanzen ein immer wachsendes Interesse mittheilct.Man liefet eine Fabel der Welt, aller Vcrufs-arten, Stande, Leidenschaften und Charaktere. EineKenntnis der Menschen, der Höfe, der Geschlechter,des Laufs der Begebenheiten ist in ihm bemerkbar,daß man beständig vor dem köstlichen Spiegel zustehen glaubt, von welchem der Fuchs so angenehmlüget; und die Scencn der größestcn Gefahr werdennatürlich auch die lehrreichsten, die interessantestenScenem Alles ist mit Kunst angelegt, ohne im,mindesten schwerfällig zu werden; die Leichtigkeit desFuchscharakters, half nicht nur dem Reineke, son-dern auch dem. Dichter arrs; sic half ihm zu sinn-reichen Wendungen, in einer Leichtigkeit und An-muth, die ihn bis zur letzten Zeile begleitet. Ichgestehe,, daß dies alles der angenommenen Theorieziemlich entgegen sey, und daß, wenn man mir voneiner Thierfabel, die durch lange vier Bücher fort-geführt wird , erzählt hatte, man, mich ungläubigwürde gefunden haben. In der Ausführung, je.länger der Fuchs schwatzt, und betrügt, je gelehr-ter und künstlicher er lüget; desto angenehmer wird,er. Durch unmerkliche Gradationen wurden wir.auf alles zubereitet; und die Geschichte vom Schatzund von den Kleinodien, die Ihren beiden. Maje-stäten bestimmt waren, ist vielleicht das Ergötzlichste,,