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II. Andenken cm einige
leichten, angenehmen und nützlichen Gebrauchdieser Gedichte dem Leser zu viel zugemutbet,von ihm zu viel erwartet. Die gedrungene en-ge der Verse von hundert und vierzig Dichternübertaubte; und cs mögen wenige in Deutschlandseyn, die das interessante Buch bis zu Ende gele-sen, geschweige studirt und sich nutzbar gemacht ha-ben. Diesen schreckt die Einförmigkeit, oder, wieer mcynt, die Trivialität des Inhalts, in dem soviel von Minne und Weibern, von May und Som-mer , von Zucht und Ehre gesprochen wird, ab;jener kommt mit der Sprache ni cht fort: Ein un-verständliches Wort hindert ihn am Genuß der gan-zen Strophe; ein Dritter, der alles gern an Stelleund Drt betrachtet, weiß nicht, wohin er diesen oderjenen erwähnten Umstand bringen soll? wer dieserWenzel und Conrad, jener Rudolf oderHeinrich sey? er glaubt also, da er diese Gesän-ge mit der Geschichte nicht verbunden sieht, Stim-men außer aller Zeit, etwa das ErdmHnnchcn zuhören, dem Bodmer in Einem seiner kritischenBriefe einige Strophen dieser Lieder in den Mundleget. *) Und so bleibt der mit -Mühe entdeckteSchatz wie begraben.
Ich wüßte eine fügliche Auskunft. In derJenaischcn Universitätsbibliothek liegt ein nicht un-bekannter, schätzbarer Codex, von dem W Le-deburg vor fast vierzig Jahren Nachricht ge-geben
*) Neue kritische Briefe, Zürich 17^9. S. H- 7 H-