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II. Andenken an einige
Sie kennen ohne Zweifel noch manche, die Gleichund andre in sehr glücklichen Nachbildungen gegeben ;das Unmögliche ist aber unmöglich. Lesen Sie dieGedichte selbst und gewöhnen Sie sich an die Mund-art dieses Zeitalters, oder vielmehr lassen Sie sichsolche von einem zarten Munde, der sich in denResten des Dialekts jugendlich gebildet hat, vorlesen;und Sie werden über die fließende Anmuth undSüßigkeit der alten deutschen Sprache erstaunen.Noch mehr werden Sie erstaunen, wenn Sic diesengasigen Lorbeer- und Myrkhenwald allmählich mitMuße durchwandeln. Kaiser - Könige und Fürsten,Fürsten aus allen Gegenden Deutschlands in Böh-men, Schlesien, Brandenburg / Meißen, Thürin-gen, Brabant, am Rhein u. f. Edle aus den be-rühmtesten Geschlechtern aller Provinzen Deutsch-lands und der Schweiz; ausser ihnen Bürger undeine Menge Personen, die auf einen Liederstreit alsauf ein Abentheuer ausgingen, kommen darin vor; dieGewächse ihrer Poesie sind zwar sehr verschieden,bald ansehnliche Stämme, schöne, fruchtbare Baume,bald kleine niedliche Gesträuche, hie und da auchein verworrenes Gebüsch nicht ohne Unkraut; imGanzen aber ist und bleibt dies dichterische Zeitalterein Phänomenen in der deutschen Geschichte. Werist, der es uns erkläre, wie man die Entstehungeines Homers, Ossians, der Skalden erklärt hat?B od mer hoffte mit seiner Ausgabe der ManessischenSammlung solcher Dichter einen Conimentar darüberaus den Umstanden der Geschichte zu veranlassen; *)
*) Sammlung von Minnesinger» aus dem SchwäbischenZeitalter, Zürich.,r7b8, Vorr, des zweiten Lheils^