I. Ueber Bild,
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gleich dem Laube des Waldes, seinen Frühling unbHerbst, nach Horazens Ausdruck. In diesemKranz indessen auch nur mitzu blühen, ist rühm-lich ; nur in einigen Gcdankcnweisen auf seineNation zu wirken, und mit seiner Flöte den Gangihrer Empfindungen zu stimmen, ist Etwas.
Mehrmals hat man die Frage ausgeworfen;„woher es komme, daß auch unangenehme Empfin-dungen in der Nachahmung des Dichters angenehmwerden?" und hat sic theils witzig, thcils verständigbeantwortet. Natürlich liegt die Antwort in der an-genehmen Weise des Dichters. „Ost,sagt Pindar, tauscht ein Mahrchen im buntenFabelsch» uck, mehr als die Wahrheit, der Sterb-lichen Herz. Der Dichtung Grazie ist's, die demMenschen Alles versüßt." — Statt einer so allge-meinen Frage ist's nützlicher, auf das Maas unddie Grade der Mischung zu merken, nachwelchen uns in den Händen der Muse das Unan-genehme schön , das Bittere süß wird: denn daß
dieses seine Grenze, seine Schranken habe, zeiget uns,insonderheit mit der Musik vermählt, die lyrischeDichtkunst. Wessen Nerven sind nicht oft durch-schnitten worden, wenn zwei Künstler, einer durchden andern verführt, die Affectcn der Furcht, desGrausens, des Schreckens, des Schauders, derAngst, der Verzweiflung zu lange festgehalten, oderübel gemischt und schlecht aufgelöset hatten? Wererröthete nicht, wenn er die rührendsten Tone undLonweisen an die schlechtesten Worte verschwendet,und mit den niedrigsten Empfindungen vermählt sah?Wer fühlte nicht seinen Busen in Aufruhr und zu-