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I. lieber Bild,
unerwartete, anmuthig - zarte Weise; dies Sinnbildwar sie und wird sie bleiben. Auch der Verstandund die Vernunft haben ihre Lyra; Wahrheit klingtin jedem menschlichen Gemüth wieder.
Was unterscheidet Völker mehr von einanderals das Medium ibrcr Gedanken, in welches sieden Ausdruck ihrer Sitten, den Ausdruck ihrer Em-pfindungen, ihrer Ansichten der Dinge, ihrer geheim-sten Lieblingsneiqungen gebracht haben, ihre Spra-che? Indem sie diese einander mittheilen, erziehetsich die Nation; in ihrer Sprache wird sie cha^ra kte ri st i sc h gebildet. Nun umfassen der Ma-terie nach alle Sprachen ohngesahr einerlei Bedürf-nisse und Gegenstände; der Form nach aber,wie jede Nation die Gegenstände ansah, und denBedürfnisse abhalf, wie weit geben sie hierinn auseinander! wie weit geht hierinn eine der andern vor!denn eben in dieser Form liegt es, was V i l-dunq der Nation heißet. Wer also behaup-tete, daß die edelste lyrische Poesie für eine cultivirteNatftn nicht gehöre, sagte eben damit, daß dieseNation in den reinsten und zartesten Empfindungennoch nicht cultivirt fty; denn sonst müßten ebendiese Gedanken- und Emp fin du ngs for m cn,aus dem Innersten ihres Herzens genommen, ihrnicht nur einheimisch seyn, sondern auch Lieblingeseyn und bleiben.
3. Dem lyrischen Gesänge schwebtalso ein immer wachsen des Ideal vor;ein Reichthum der edelsten Gedanken-