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I. Ucber Bild,
Zweitens. Die h e ra b sti m m c n d e, besänf-tigende Gattung der Gesänge ist voneiner gefälligen Art: denn selten läfset sich der Sturmeines aufgebrachten Gemüthes durch einen Sturmder Worte bezwingen; er will den Sonnenblick derVernunft, den erwärmenden Zuspruch eines lieben-den Herzens. Kaum Einmal hat cs Horaz ge-wagt , ein wüthendes Volk mit einem Zuruf zumSchweigen zu bringen; und doch konnte er's aufsolchem Wege nicht mehr als beschämen. SeineRömer stehen erstaunt; sie erröthen. Nur die Stim-me der Ueberzeugung ist's, die durch ihrBeispiel Ruhe gebietet; sie stillet den chaotischenLärm, indem sie Harmonieen hervorruft, und da-mit die Hölle selbst bändigt. Darf ich abermalsunfern Dichter anführcn? Mit einer Stimme derMacht und Liebe gebietet, erflehet, erschmeichelt erseinem verworrenen Vaterlande Eintracht, seinem be-drängten Vateclande Frieden.
Die Stimme des Mitleids fordert einennoch sanftem Ton. Der Hauch der Liebe endlichcrtragt durchaus keine Stürme. Liebe will G e-genlicbc, oder vielmehr sie setzt solche voraus,und sucht den schlafenden Funken nur zu erwecken,daß er sich selbst suhle. Wie flehend ist der Sap-pho Gebet um die Beihülfe ihrer Göttin! welchestille Gluth haucht ihre Ode im Anblick des Gelieb-ten! So jedes ihrer kleinsten Fragmente. DieOden des Horaz, die diesen Gegenstand betreffen,sind zwar nicht v^oll Sapphischcn Feuers, aber vollArtigkeit, Grazie und Anmuth. Die Oden unsres