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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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Dichtung und Fabel. r6r

geschöpft auf den Höhen des Rechts, aus dem Quelleder Wahrheit.

Oden, die mit der höchsten Freude, mitJubel und Halleluja!), so wie andre, die mit derfeinsten Lehre endigen, gehören auch zur Er-hebung der Seele, zur aufsteigenderrOdengattung; nur haben sie einer besondern Weis-heit nöthig. Eine Freude, die uns blos von außenkommt, ist so lange ein fremdes Geschenk, bis sieuns eigen wird, und unser inneres Glück befestigt-Eine Hoffnung, die wir von außen erhaschen, be-trüget oft, und verfliegt mit jedem wehenden Winde.Oden also, die über äußere Zufälle nur lobjauchzen,lassen uns meistens kalt, und wenn cs Dithyram-ben waren: denn die Natur des Menschen ist ein-mal so eingerichtet, daß sie sogar lieber am Sch mc rzdes Andern Theil nehmen, als sich über ein äuße-res, fremdes Glück müßig erfreuen wollte; zur Mit-hülfe , zur Thätigkcit ist sie gebildet. Vollends dieGl ü ckwünsch u n g s - Ode n sind Blümchen desTages, oft schon am andern Tage verwelkt, wennsie nicht ein Tbautropfc des Herzens, wie ein himm-lischer Nektar befeuchtet, oder eine künstliche Handsie auch als verwelkte Blumen angenehm zu machenwußte. Die sogenannten Lehr öden können auchnichts anders, als Oden des Muthes seyn. Nichtaus der Spekulation, sondern aus der Erfahrungmußten sie hervorgehn; alsdann auf eine lebendigeSituation oder auf ein Beispiel der Geschichte ge-gründet, schreiben sie sich in Herz und Seele selbstein.

Herders W. Lit.u.Kunst. XM.

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