Dichtung und Fabel.
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andern Rhythmus erfand, woraus die Ep ödenvon selbst folgten; da er seine lebendigen Jambennickt nur in bloßer Declamation von der Lyra be-gleiten ließ, sondern sic theilwcise auch lyrisch mach-te, mithin Sprache und Musik in größter Bieg-samkeit zusammcnfügte, so konnte nach selchen Vor-schrittcn, zu welchen mehrere Tonkünstler, die da-mals auch Dichter waren, mithalfen, bald einezweite Periode der lyrischen Kunst entstehen,die ich, ihrer Urheber wegen, die LesbischeKunst nennen möchte.
II. Auf Lcsbus nämlich, nahe dem glück-lichen Jonien, wo so viele Epische und andreDichter gesungen hatte», blühte Tcrpandcr auf,der die Lyra mit drei Saiten vermehrte, und ihr,wie es scheint, eine Schule stiftete. Des Lcsbicrs,Arions, Name ist in der Fabel berühmt; A l-caus, Sappho , und ihre Freundin Erinnaerfanden oder bearbeiteten Gcsangweisen, die der ei-gentlichen Ode gleichsam Flügel ertheilct haben,und ihre ewigen, süßen Vorbilder worden sind. DenRömern gieng es, wie cs uns geht; sie konnten sichin die verwickelten Gesänge des Ehors der Griechen,Pindars oder gar der Dithyramben entweder nichtfinden, oder sie nur mit Mühe nachahmcn. Aberdie lesbischen Gesänge Alcaus, der Sap-pho, und ihrer Genossen bequemten sich ihrer, be-quemen sich unsrer Sprache. Jedes dieser Sylben-maase ist mit einem eignen Charakter bezeich-net; alle aber beeifern sich dahin, das sie Starkeund Milde, Schwung und Senkung, Auf- undAbspannung der Töne angenehm mischen und damit