Dichtung und Fabel.
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thNeU Mehr, als große Scenen der Anschauung unssagen konnten: denn sie ergreifen das Herz. Inverwickelten Situationen, in Dämmerungen unsrerSeele kommt ibrc Stimme uns wie aus einer an-dern Welk, weckend, ausmunterud, belehrend. Mehrals Ein Jüngling empfing aus der Lyra eines Dich-ters einen Anklang auf sein ganzes Leben.
Nor allem, was man poetische Nachah-mung neNnt, habe ich große Hochachtung, magauch nicht wiederholen, was Plato und Rousseaudagegen sagen; eine blos poetische Nachahmungaber ohne das Pünktchen der Waage, das uns aufein Haar lehret, was wahr, gut, ehrbar,recht und schön sey, gestehe ich, ist mir diegeistreichste Nachahmung ein Marionettenspiel, einesinnreiche Maskerade. Fücchie Jugend ist mir derMann lieber, der, wenn es auch ohne Einkleidunggeschähe, uns die Bekenntnisse seiner Brust, dieverborgnen Schätze seines Geistes und Herzens, alseine Ausbeute seines Lebens rein darlegt; seine Ge-sinnungen nämlich, wie Er die Dinge der Weltansah, welche Grundsätze er sich aus seinen Erfah-rungen bildete, wie er in Freude und Leid sichdaran hielt, und sie gegen Freunde und Feinde er-probte. Weder Plato noch Rousseau wolltendiese Gattung Poesie aus ihrer -Republik verbannen:denn sie ist aNdringend, Moralisch, eine Stimmeder Zeiten, der Volker, und in ihnen der edelstenMenschen. Der dreißigjährige Krieg z. B. ist langstvorüber : seine Naubscenen lesen wir als einen schlech-ten Roman mit Grauen und Abscheu; in unscrm
Herders W.Lit.u.Kunst. XIH. K