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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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144
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144 I. Ueber Bild,

Ja was erhielt den Geist, die Sitten, denCharakter aller Völker der alten Welt, der Indier,Araber, Sinesen, Galen, Gothen? Neben Gesetzenoder Gebräuchen war's die Stimme ihrer alten Ge-sänge. Ossi an sey hier statt aller ein Zeuge.Ein Volk, das keinen Na t i 0 n a lg e sa n g hat,hat schwerlich einen Charakter; und wie hoches in seiner Bildung gestiegen sey , an welchen Em-pfindungen und Gegenständen cs am liebsten undinnigsten hafte, dicß zeigt nichts so sehr, als dieArt und Gattung der lyrischen Muse, dieunter ihm wohnet.

Und warum sollte unsre Zeit der lyrischen Pocrsie entwachsen scyn? Bedürfen wir keiner Em-pfindung mehr, keiner Gesinnungen imedelsten Ausdruck? Geschehen keine Merk-würdigkeiten um uns her, die in Haß und Liebeunsrer Theilnehmung werth sind? Oder sind wirso prosaisch worden, daß kein Pfeil aus dem gold-nen Köcher Apoll's an uns gedeihet? Kommen wirals Greise auf die Welt? und leben keine Jüng-linge unter uns, deren neues, frisches Gefühl durch-aus die Stimme der lyrischen Muse fordert? Lassetuns nicht zweifeln I Es leben Jünglinge, es schla-gen jugendliche Herzen, denen Pindar und H 0-raz, denen die drei Altväter unsres lyrischen Ge-sanges, Uz, Gleim, Klopstock, denen Kleist,G ötz und Ramler, Gerstcnberg, Clau-dius, die Stolberge, Voß, Hölky, undunter fremden Nationen die schönsten lyrischen Dich-ter werth sind. Oft sagt uns Eine Strophe von

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