Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

»33

I. Ueber Bild,

oder irgend ein andres vollendetes Kunstwerk mit dersüßen Empfindung beseeligt:cs ist ganz, cs istvollende t." Wenn also Eines Theils das Haupt-gesetz der lyrischen Begeisterung dieß ist: sich selbstGesetz zu seyn, und keines andern Ge-setzes zu bedürsen; so ist andren Theils dießGesetz, das dem Dichter der Gott auflcgt, der ihnbegeistert, das schwerste von allen. Er ists, dernichts Unvollendetes duldet; die Empfindung soll imschönsten Maas ganz ausgesprochen seyn; derGegenstand soll im reinsten Umrisse da stehn, undkeine Mühe gespart werden , die ihn zu diesem Punkterhebe.

Balde, der mehreren seiner Oden den Na-men Enthusiasmus übersthrieb, weil, wie ersagt, er bei ihrer Geburt mehr in einem leidendenals wirkenden Zustande gewesen, ergreift jede Ge-legenheit, seinen Freunden Fleiß und Feile, als un-umgängliche Mittel zu Vollendung ihrer Werke an-zurathcn. Lasset uns hören, wie er diesen Ge-genstand selbst lyrisch behandelt, indem er einemjungen Freunde zeigt, wie er gleichsam sein Saiten-spiel zu stimmen, und die Bilder des Gesanges zurHarmonie zu bringen habe. Da das Stück sich aberauf die lateinische Sprache bezieht, so kann ich esnur unvollkommen und verkürzt geben. Ein Lehrerund Schüler des Gesanges sind in ihm die Redner.

) S. lir». A27. u. a.