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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
Entstehung
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121
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Dichtung und Fabel.

IUI

I.

Auge und Ohr, die feinsten Sinne unsrerNatur, die Organe alle« Woblgefalliaen, Reizendenund Schönen, sind, wie mich dünkt, in ihremglücklichsten Zusammentreffen dieUreltcrnder lyrischen Dichtkunst.

Das Auge erfaßt Bilder; die Seele erschaff, tsich durch dasselbe Gestalten; seine Welt ist dasNebeneinander, der R a u m. Ja sollte mannicht sagen können, die Seele schaffe sich selbst denBegriff des Raumes, indem sic nämlich Bewe-gungen der Gestalten wahrnimmt, und sicheben hieraus durch die Folge ihrer Empfindungendas Nebencinandc r klar macht?

Das Ohr böret den Schall, die mancherleiTone, durch welche sich die Gestalten in ihrer Be-wegung ankündigen; diese Folge von Empfi n-dungen gicbt der Seele das Maas der Zeit, diein unscrm Innern eben das ist, was im Aeußernder Raum vorstellct. Sie selbst hat sich diesen Be-griff durch die Folge ihrer Gedanken, harmonischmit der Folge ihrer Empfindungen gebildet.

Die zwei verschiedensten Sinne also (denn wel-che Aebnüchkeit gäbe es zwischen Auge und Ohr, sowir zwischen ihren beiderlei Sensationen?) werdeneinander dadurch ähnlich, daß sie nach einerleiGesehen, unter dem Maaße des -Raumesund der Zeit, das fühlende Subjcct bestimmen