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I. lieber Bild,
rende Melodie mich unserer Weift, eine lyrische Museohne Lyra. Einige Leser, die, waS eine Fabel,eine Erzählung, ei» Drama fty, sehr wohl begrei-fen, können nicht einsehen, was man an einemPindar, an einem Hora; liebe. Es ist ihnendunkel, worinn das Wesen einer Kunst un sang-barer Gesänge zu finden fty, und schreiben denWerth, den man iknen beilegt, auf die Rechnungalter Traditionen. Andre glauben, die lyrische Poesiefty nur für rohe Zeiten ; Zeiten, in denen O r p h c u smit seinem Gesänge das scheue Wild bezähmte; Zei-ten, in denen Amphi on mit seiner Lyra Thebenerbaute, und andre in der Fabel berühmte Namendurch süße Gesänge dem thierischen MenschengeschlechtGesetze, Religion, Lehre und Zucht einschmeichelten.Für gebildete Jahrhunderte fty dieser Zauber dahin;man dürste nach einem mehr abwechselnden, feineren,geistiger» Vergnügen, als das unS die einförmigeOde gewähren könne. Andre, die zwar in Arka-dien, aber etwa in Einathe geboren scheinen,finden in der ganzen Gattung nicht-, als Lcyergc-sang, ein phantastisches, ermüdendes Geklimper.
Sollte es nicht der Mühe werth ftyn, diesenwidersprechenden Mcynnngen und Gefühlen dadurchzu entkommen, daß man sich über die Natur undden Zweck der lyrischen Dichtkunst un-terrichtet? Denn am Ende sind wir doch alle Men-schen , mit einerlei Organen des Genusses und Ver-standes begabt, auf deren verschfidne Ausbildungauch hier alles ankommt.