1 t L)
I. Ucbcr Bild,
könne, lind wenn sie dieß seyn wolle,sie ganz ihren Zweck verfehle. Auf demTheater ist olles auf dramatische Vorstellung, Cha-rakterschilderung, auf's Spiel der Personen einge-richtet ; liier zeigen sich, wie gesagt, keine Personen,hier wird Nichts repkaseNtiret. Es sind reine un-sichtbare Stimmen, die unmittelbar mit unscrMGAsi und Herzen reden. Wollte matt biblische Ge-schichten dramatisiren; so gehören sie nicht für dieKirche, sondern mögen zu Hause in sogenanntengeistlichen EantateN gesungen oder gespieltwerden. Vor der Gemeine verliert die einzelne Per-son , sic möge einen Petrus oder Johannes, eineMaria oder Magdalena verstellen, nicht nur allesAnsihn mit ihrer Geberde, sondern das Wort ihrerStimme verliert auch alle Wirkung. Dieß Wortmuß ihrem Munde schon entnommen, und allge-meiner Gesang, ein Wort an alle menschlicheHerzen geworden seyn: alsdann wirds eine Stimmeder heiligen Tonkunst. So z. B. der Gesang Si-meons , so selbst die Worte Christi, der Prophetenund Apostel. Die heilige Stimme spricht vom Him-mel herab; sie ist Gottes Stimme und nicht derMenschen; web ihr, wenn sie, um sich sichtbar zumacheii, ein theatralisches Gewand anlcget! DieftUnsichtbarkeit, wenn ich sie so nennen darf,erstreckt sich bis auf die kleinsten Anordnungen undVerhältnisse der geistlichen Tonkunst. Eine Arie,ein Dti.lt oder Terzett, das einzeln glanzet, jedeSylbe, in welcher der Dichter oder Künstler spricht,Um sich zu zeige», schadet der Wirkung des Gan-ze», und wird dein reinen Gefühl unausstehlich,