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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
Entstehung
Seite
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Dichtung und Fabel. ic-3

der Morgcnröthe beginnet der Gottesdienst mit Ver-sikeln und Intonationen, Äntiphonieen und Doxolo-gieen; Psalmen und Hymnen wechseln; die Lesungenund Gebete, die Ermahnungen ans Volk sind gleich-sam nur zwischengcstrcuct. Das Ehristenthum näm-lich begann bei Völkern, die voll lebendiger Einbil-dungskraft und von großer Reizbarkeit waren; dieseliebten Erweckungen des Herzens, einen Aufschwungder Phantasie durch Ohr und Auge. Und da ibnen,angezeigtermaßcn, das Pfalmbuch der Juden, sammtder Poesie und Tonkunst ihrer Landessprache, ja derInhalt und Zweck der Religion nach Beschaffenheitder damaligen Zeiten, und des früheren Gottesdien-stes, an welchen sie von Kindheit auf gewöhnt wa-ren, zu Hülfe kam; fo ward aus Gesängen undSprüchen des alten und neuen Testaments, aus demGloria und Ave, aus Credo und Kyrie Allesgemacht, was die andächtige Tonkunst daraus ma-chen konnte. Man gehe das Ritual der griechischenund römischen Kirche in diesem Gesichtspunkte durch;sie sind große Gebäude, ich möchte sagen, Labyrin-the des musikalisch-poetischen Geistes,in denen Geschichte und Lehren nur ihre kleinenWohnungen haben. Propheten und Psalmen sindhin und wieder vortrefflich gebrauchet, und über dasGanze ist ein Strom der Begeisterung, der lyrischenFülle und eines so lauten Jubels verbreitet, daß,wenn man es auch nicht wüßte, man es mit großerGewalt fühlet: ,,cine solche Anordnung sey nicht dasWerk eines Mensche» , sondern die Ausbeute ganzerNationen und Jahrhunderte in verschicdncn Him-melsstrichen und den mannigfaltigsten Situationen."Einem Dichter, der für die Kirche mehr als einzelne