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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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Dichtung und Fabel. 97

sie, und zugleich die personisicirte himmlischeAndacht.

Desgleichen hat ihr Festtag Kompositionen hcr-vorgebracht , die, wenn sie auch in Wahl der Ma-terie nicht eben alle zum persönlichen Charakter derheil. Cacilia stimmten, dennoch zu den elastischenMeisterwerken der Kunst gehören, z. B. Drydens,Pope's, Addisons, Congreve's Oden zumCacilientage, und vor allen andern Händels -Mu-sik zum erstgenannten Gedichte.

Schon ist's überhaupt für jede Kunst, einesolche Schutzgvttin, und einen Tag des Wetteiferszu ihrem Preise in Ausübung der Kunstselbst zu haben. Man freuet sich dabei ihrer in-ncrn Natur, als eines himmlischen Geschenkes, er-innert sich der Wohlthaten, die sic dem Menschen-geschlecht brachte, und sieht, eben durch diesen fest-lichen Wetteifer neubelebt, ein fernes, unerreichbaresZiel vor sich; man fühlt die Kunst in ihrer un-sterblichen, immer neuaufblühendcn Jugend-Schön-heit. Noch edler und anständiger wird der Cäcilicn-tag dadurch, daß er eine christliche Heiligesinget: denn Andacht, dünkt mich, ist die höchsteSumme der Musik, heilige, himmlische Harmonie,Ergebung und Freude. Auf diesem Wege hat dieTonkunst ihre schönsten Schatze erbeutet, und istbis zum Innersten der Kunst gelangt. Alle lustigen,kleinen Ergötzungen, die die Musik erschafft, sindunschuldige Spiele oder leichte Vorübungen zu dem

Herders W. Lit..Kunst. XIII. G