Dichtung und Fabel. g:>
Engel ln ihren Gebeten zu sich; mit Thranen fle-hcte sie die Apostel und alle Heiligen des Himmels,die Diener Christi, um ihren Bestand an, demHerrn ihre Tugend zu empfehlen u. s. w." Sieerhielt diese, bekehrte ihren Bräutigam und dessenBruder, die beide den Engel sahn, der sic beglei-tete; sie litt endlich das Martyrcrthum, und wardeine Heilige der Kirche."
So sprach die Legende, und vergebens standenjetzt die Worte: onntantilans orZuuis illa
in uorcls suo soll Oornino clsasntakat, nicht imBrevier der Kirche. Außer dem Zusammenhänge,bei der gewöhnlichen liturgischen Wiederholung, dachteman sich an den Hochzeit-Instrumenten,von denenCacilia ihrGemüth abwandt e,jetzt — eine Orgel; man machte sie also gar zurErfinderin derselben, gab ihr die Werkzeuge dazu indie Hand, und ließ diese ihr inneres Herzensgebctbegleiten. So kam sie zur zweiten unverhofften Eine,eine Erfinderin der Orgel zu scp», von der in ihrerLegende gar nicht die Rede sepn konnte.
Endlich ward ihr eine dritte, ihrem Charakter»och fremdere Ehre. Scitocm sie zur Schutzpatroninder Musik (man weiß nicht, wann? und wo?) er-wählet war, und sich an ihrem Hciligentage, den22. November, die Meister und Zunstgenoffen der-selben vccsammlcten, ihre Schutzgöttin musikalischzu preisen, empfing sie mit der Zeit Opfer, die siean ihrem Hochzcittage nicht angenommen hatte, undals eine Heilige des Himmels noch minder anneh§men konnte. Man fang und muficirte vor ihr die