Dichtung und Fabel.
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als ein ruhiger Spiegel treu ausnimmt und wiederabglanzet. So ists auch mit der Maklerei und Ton-kunst. Die größten Künstler jeder Art waren immerdie Lcidcnschaftloscsten, heitersten Charaktere; sie wa-ren Jünglinge wie ich, und lebten in meinem Son-nenglanze. Aber machet , daß des Streits ein Endewerde. —
Du, Mahlerei machst mit deiner Kunst die hclle-ste, schönste, klarste, daurcndste Vorstellung; dusprichst durch deine Gestalten zur Phantasie unddurch sie zum Verstände und Herzen ; du verfemst denBlick, öffnest die Thore der Schöpfung und machstdeine Lieblinge ruhig und heiter; bist du zufrieden?Du Tonkunst hingegen hast den Zaubcrsiab der ei-gentlichen Wirkung auf menschliche Herzen unmittel-bar ; du regst die Empfindungen und Leidenschaften,aber dunkler Weise , und hast einen Führer, einenErklärer nöthig, der dich wenigstens zur besiimmternWirkung dem Verstände des Menschen nähere, und.mit dem physischen auch seinen moralischen Sinn ver-gnüge; bist auch du zufrieden? Ihr streitet beide überdas Wort Wirkung, und das ist dem Sprachgebrauchnach mehr für die Tonkunst, als für die Mahlcrci,weil wir bei Wirkung immer nur aus Starke des Ein-drucks zu sehen gewohnt sind, ohne zu bedenken, daßdiese in Sachen des Kcisterreichs und der menschlichenSeele zuweilen auch mit Umfang, Klarheit, Dauercompensirt werde. Jbr streitet also immer nur, obdas Ohr Auge, und das Auge Lhr scyn soll? Beru-ht t euch Je verschiedener ihr von einander wirkt,desto eigner und besser wirkt ihr. Ihr bewegt einenunschliche Seele , nur auf eine ganz incommcnsuradleWeife. Wollt ihr die Wirkungen eurer Kunst aufs.