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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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I. Ucbcr Bild,

ruhig und heiter. Ein Mensch, der sic liebet, ge-nsißt jeden Sonnenstrahl fröhlich; wo andere nichtssehen, siebet er ein tausendfaches Spiel desselben.Uebcrall im Scbooße der Natur studirt er ihre stille-stcn, freundlichsten Wirkungen, und genießt sie aufunendliche Weife.

Das mochte von Natur- und Landschaftsmahlcngelten, antwortete die Poesie, was aber deine histori-schen Mablcr anbctrifft, höre ich, daß auch du soleidenschaftliche Leute hast, wie ich und die Tonkunstschwerlich haben. Uns beiden wirft man vor, daßwir unsere Günstlinge statt der Begeisterung oft mitLaunen beschenken; und mich dünkt, auch wenn duLeidenschaften studirst und ausdrückst, mußt du dochselbst diese Leidenschaft fühlen. ----

Hier siel ihr Apoll in die Rede, und gab zuverstehen, wie dieß alles nicht hcrgehörc und mit Er-laubniß zu sagen, zum Tbeil nicht wahr sey. Wennman eine» Wüthendcn schildert, sprach er, darfmannicht selbst wüthen, und wenn man von einem Ra-senden dichtet, nicht selbst rasen. Eben das ist dasVorrecht der Himmelgebornen Kunst, sprach er,daß sie durch eine Art von Allwissenheit und ge-heimer Vorahndung auch die Falten und Schlupfwinkeldes menschlichen Herzens kennt, die der Künstler selbstnicht gefühlt haben darf, jetzt aber im Lichte seinerMuse gewabr wird, und wie durch rcflektirte Strahlenandern zeiget. Glaubt mir, der Trunkene singt vonder Trunkenheit nicht am schönsten; der Dichter, deralle Leidenschaften schildert, der sie oft auf einmal imstärksten Contrast schildert, kann sie ja nicht alle alspersönliches Eigenthum besitzen; gnug, wenn er sie