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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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I.

Ueber Bild, rc.

reinste und ohne allen Wortstreit sehen : so betrachteteinen Blinden und Tauben, und seht, was beidenversagt sev? Der Taube mag unendlich feiner scbcnund unterscheiden; für die Gefellschaft ist er immerdumm, und in seinem Innern Freudenloser: ihm fehltder Sinn und die Kunst, die unmittelbar zu seinemHerzen reden. Der Blinde ist ein armer Mann,vielleicht auch arm an gewissen feinen Unterschieden,Gestalten und Abmessungen, die nur der Sinn unddie Kunst des Gesichts gewahren; er hat indessen dasSaitcnspicl aller Empfindungen und Leidenschaften insich, er kanns tonen lassen, wcnns ihm gefallt, undsich in seiner dunkeln Einsamkeit eine WcltvollHar-monie und Freuden schaffen. Oft waren Blinde großeTonkünstler, große Dichter; ob aber Taube bei allergenauen Nachahmung eben so geistvolle Zeichner ge-wesen ? möget ihr selbst wissen. Gnug, ihr seich beidemeine Tochter; du Mahlerei, die Zcichnerin für denVerstand, du Tonkunst die Sprecherin zum Herzen,und du, meine liebe jugendliche Dichtkunst, du, dieSchülerin und Lehrerin Beider.

Sie umarmten sich alle: Apollo krönte sie mitseinen unsterblichen'Lorbecrkranzen, und Hebe botihnen auf ihr langes Gespräch die erquickende Neck-tarschaale.