Dichtung und Fabel.
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Del Tonkunst lächelte: „das wäre gut, es istauch zuweilen nothwendig, schwerlich ists aber hinrei-chend. Wie oft verführen mich deine Dichter, stattmich zu führen? ja vielleicht haben sic meine Kunstunter den Menschen am meisten mit verderbet. Zudemerinnere dich , Schwester, an das , was du selbst sag-test: der Lonkünstler schöpfe aus sich selbst, er müssejedesmal die Sprache seiner Empfindungen neu bilden.Kann er dieß nun nicht; fühlt er die Empfindungennicht, die ja der Dichter nur bezeichnet, nur unvoll-kommen schildert, wie will er sie ausdrücken? wiekönnte sie ihm der Dichter mit seinen Worten bci-bringen und einflößen? Mit Worten jemanden Töne,gar ein Tougcbaudc von Empfindungen einflößen,das er nicht in sich hat, ist unmöglich; also liegt dieSündenmateric im Mißbrauch der Tonkunst selbst,und muß von innen geheilt werden. Uebrigens blcibtsdabei, Schwester, daß wir beide, Poesie und Musik,zusammengehörcn, und vereint auch die größte Wir-kung bervorbringcn; nur daß ich nicht ganz deine Die-nerin fern wollte, denn ich bin deine Lehrerin gewe-sen , und habe auch für mich selbst einen Kreis derWirkung. Mir dient der Tanz wie die Worte; Ge-behrden und Bewegungen, wie deine Verse; und ei-gentlich schließe ich alles dieß, Modulation, Tanz,Rhythmus in mich. Der Tonkünstler dichtet, wenn erspielt, so wie der achte Dichter singt, wenn er dichtet.—
Der Mahlerei sowohl als dem Vater Apollo wardbei diesem Gespräche die Zeit lang. Jene hatte solang' eine schöne ruhige Landschaft gezeichnet, undallen Streit darüber vergessen. Das ist, sprach sie,die große Wirkung meiner Kunst, sie macht die Seele