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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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I. Uebcr Bild,,

jedes genießt an ibr, was ibm zu genießen ver-gönnt ist, wobin und wie weit sein Organ gebildetworden. Die feinern Völker bedürfen auch feinereSpeist ; meine Wirkungen äußern sich also bei ihnenauch geistiger, und sie würdcn's für einen schlechtenErfolg meiner Kunst basten, wenn je ein Menschdurch sie rasend geworden,'einer Lais in den Schoossänke, oder Pcrsepolis in Brand steckte. Ich wirkeauf feinere Endzwecke und Vergnügen; glaubt nicht,daß ich defibalb auch schwacher oder unsichrer wirke.Wie oft hat der Ton eines Gesanges, der simple Gangeiniger bimmlischen Töne einen Menschen aus demtiefsten Abgründe der Traurigkeit bis in den Himmelerhoben! Wie oft geschichts, daß eine einfache Me-lodie zarte, wehmüthige Tbranen rinnen macht, dieMenschen plötzlich in alte Empfindungen und Gegen-den der Jugend, oder in, unbekannte Aue» eines seli-gen Paradieses versetzt, und völlig den Zaubertönender ersten Welt nur auf feinere Art, gleich kommt.Gewiß, meine Schwestern, ein Liebling meiner Kunstkann Wunderdinge auf einen Menschen wirken , sobald er nur die Töne studirt, bei denen dieser ammeisten gerübrt wird, die Gange der Melodie nämlich,die sein ganzes Empfindungssystem bewegen. Hielteer sich sodann an solche, und suchte ihre größte Wir-kung; er hatte das Herz des Menschen in seiner Gewalt,wenn dieser auch sonst von Stahl und Eisen wäre.

Und käme man nicht wieder zu dieser alten undgroßen Wirkung, meine Schwester , wenn deineKunst sich mit der meinigen naher zusammen fände?>sprach die Poesie. Ich zeichne dir Empfindungen vor ;,du darfst nur folgen und dich an diese halten.