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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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80
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I. Ueber Bild,

wollte, ihr,- jüngere Schwester, die Poesie ;urSchiedsrichterin. Sie har von uns beiden gelernt,sprachen sie, und liebt uns beide. Sie ist Weib,und kann von Künsten und Wirkungen der Weiberam besten urtheilen; dazu ist sie unstre Schwester.Komm, sagten sie, und rücke vom Schoos Apolls,wo du ihn mit deinen schönen Haarlocken nur ver-wirrest, naher zu uns herüber." Die Poesie thatsgerne, und der Streit begann zum dritten und letz-tenmale.

Mich dünkt, sprach die Poesie, meine Schwe-stern , wenn ihr zu einigem Vertrage kommen wollt,müsset ihr, wie Vater Apoll eben gesagt hat, sorg-fältiger die Wirkungen unterscheiden, auf die ihrarbeitet, also auch mehr den Sinn der Seele be-stimmen , auf den ihr wirket. Du Mahlerci, wirkstmehr auf Phantasie, als auf das Herz; aber diePhantasie kann auch zum Herzen kommen, undwenn sie nicht dabin reicht, ist sie gemeiniglich destonaher dem Verstände. Also sind alle deine Darstel-lungen klarer, aber wie du, Tonkunst, willt, auchkalter. Das ist der Mahlerei keine Schande, son-dern mag eben ihr Vorthcil werden: denn Richtig-

keit und Wahrheit sind die Hauptmirtel ibrer Wir-kung, die sic mit Schönheit und Annehmlichkeit nurbekleidet. Jeder ihrer Künstler thate also übel, wenner diese Hauptfcstung verließe und sich in das Ne-bcnwerk einer unmittelbaren Wirkung aufs Herzohne Richtigkeit und strenge Wahrheit würfe. Im-mer ist Zeichnung und ein Geist der Zeichnung , derdas Ganze belebt, bei dir, Mahlerci, die Hauptsache;

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