Dichtung und Fabel.
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Phantasie und der spätesten Erinnerung. Ich schreibeund zeichne mit dem Sonnenstrahl; meine Wirkungist auch wie das Licht der Sonne ewig. Hat je-mand Eine der himmlischen Erscheinungen Raphaelsund seiner Gesellen auch nur wenige Augenblicke ge-sehen; die Formen, die Gestalten bleiben in ihm.Er ist in unserm Himmel gewesen, hat Göttinnenund Götter erblickt, hat das Ambrosia ihrer Lippen,den Duft ihres Schleiers, den Glanz ihres Antlitzescenvssen und gekostet; die Bilder, die Eindrückeund Gedanken vergehen ihm nie! — Dahingegen duarme, auf drei Saiten umherirrendc Muse—— .
Meine Schwester, fiel die bescheidene Tonkunstcin, und that einige linde Griffe auf ihrem Saitcn-fpiel, meine Schwester mahlt wieder reich/statt daßsie (wovon hier die Rede war) tief und bewegendihre Wirkung andeuten sollte. Niemand läugnet dir,daß Linie, Linie, und Farbe, Farbe sey, daß mansic mit Augen sehen, und wenn man Zeit hat, sieso lang seben könne, als man will; aber sehen istkeine Rührung, das klarste und daurcndste Erken-nen ist noch keine Empfindung; vielmehr ist bekannt,daß jenes diese immer in einem gewissen Gradbindre: denn eben die Kalte, mit der man betrach-tet, macht klaren Begriff. Du schreibst mit demSonnenstrahl, aber auch nur in's kalte Gedachtniß.Selbst die Begeisterung, mit der du, glanzendeSchwester, von Göttern und Göttinnen, von Duftund Ambrosia sprachst, ist nur Feuer der Phantasie,nicht des Herzens und der Empfindung. Keinerdeiner Lieblinge ist bei uns im Himmel gewesen;er mahlte immer Menschen, unh es ist.gar