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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
Entstehung
Seite
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Dichtung und Fabel.

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Ich erschüttre sie mit drohenden Felsklippen, underweitere sie durch den Blick des unendlichen Mee-res. Alle Leidenschaften stelle ich dar: ich bilde

sie in sprechenden Gestalten, ich grabe ihren Aus-druck in die Seele giebt's eine weitere größereWirkung?

Ob's eine weitere und umfassendere gebe? weißich nicht, antwortete die Tonkunst, aber, daß eseine tiefere, innigere, stärkere gebe, davon, glaubeich, ist meine Kunst'Probe. Du hast ein großesReich, Schwester, aber in dem großen Reich wenigeKraft, denn du bist überall nur über die Oberflächender Dinge verbreitet. Viel Gegenstände hast du, dasist unlaugbar; du kannst aber von allen nichts alsdie äußere Ansicht, die Gestalt des Spiegels geben.Auch von den tiefsten, unergründlichsten Gegenstän-den giebst du nicht mehr, und wirkest also mit sehrvielen Materialien nur sehr wenig. Ich hingegen,(erlaube, daß ich mich meiner Armuth rühme, undüber meinen Mangel stolz bin,) ich mit meinensieben armen unscheinbaren Tönen, die nirgend prah-len, die allenthalben nur stille verborgen liegen, mitihnen bewege ich jedes fühlbare Herz; ja mit ihnenbauetc und erhalte ich die Welt. Auf den Klangmeiner Leier ordneten sich alle Dinge, auch deineschönsten Gestalten: nur das Verhälrniß meiner Tonemachte sie zu dem, was sie sind, und wodurch siewirken. Ich gebe also mit wenigem viel; durch ei-nige unsichtbare Wellen umringe ich das Herz un-mittelbar, dringe zu ihm, und reiße es fort,denn alle Saiten der Empfindung sind meine Saiten;auf ihnen spiele ich, nicht auf diesen erzitternden