Dichtung und Fabel. b>3
Weiter will ich mich nicht in's Einzelne ein-lassen , und was Aristoteles von der Handlung, denSitten, deni Ausdruck, den Mcynungen der dra-matischen Dichtung sagt, *) auf die Dichtung über-haupt und auf einen kleinen Bezirk derselben, dieäsopische Fabel, nicht anwendcn. Auch bei diesermüssen die Begebenheiten verknüpft, die Cha-raktere der Handelnden beobachtet, dieMeynungen, die sie äußern, ihrer Natur ge-mäß und in den Umstanden der Handlung gegrün-det, der Ausdruck der Fabel ihrem Zweck ange-messen seyn u. f. Gleichergestalt hat die Handlungder äsopischen Fabel ihre Größe, ihr Ganzes,ihre Schönheit; auf die Zeichnung derselbenkommt mehr an, als auf jeden andern Schmuck inWorten, in Beschreibungen, selbst in Ausmahlungdes Charakters der Thiere; geschweige in jenen feh-lerhaften Episoden, die uns von der Sache selbstabführen, und nicht diese allein, sondern jede andreanschaubare Dichtung verunzieren. Kur;, was Ari-stoteles von seiner höchsten, d. i. der dramatischenDichtung sagt, gilt seinem allgemeinen Geist nach,Zug vor Zug auch von der niedrigsten regelmäßigenDichtung; welches eben die beneidenswürdige Ge-nauigkeit seiner Theorie zeiget.
*) koetic. o. 6. 7, 8