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I. Ueber Bild
durch's Sylbcnmaas, sondern dadurch von einander,daß d»r Geschichtschreiber erzählt, was geschehen sey,d.r Dichter, welcher Art Dinge geschehenn> ö g c n. Die Dichtkunst sey dcßhalb philosophi-scher und lehrreicher als die Geschichte, weil sie mehrdas Allgemeine vortragt, da die Ge-
schichte sich an das Einzelne halte (?"«>c«Ä'5x«5or.)Allgemein aber nennet er das, wenn anschaulichgemacht wird, wie einem Solchen ein Solches,d. >. einem Jeden das Seine zutreffe, oder wie inannach innerer Wahrscheinlichkeit oder der Nothwen-digkeit handle. Dahin ziele die Poesie, auch wennsie den Personen besondre Namen beilegt; mithinbestellet der Unterschied des Dichters und des Ge-schichtschreibers darinn, daß dieser sagt, was geschehenftp, jener wie es geschehen könne und mö-ge, nach' der Wahrscheinlichkeit oderder No th w c n d ig k ei t selbst." Goldne Worte,die uns auf einmal auch bei der äsopischen Fabelnicht nur ihren Unterschied vom historischen Beispiel,sondern zugleich den reinen höchsten Zweck anzeigen,zu welchem eine Fabel gedichtet werden soll. Diernncrc Wahrscheinlichkeit oder die Nothwendigkeitselbst soll das Gewicht sepn, das bei der erdichtetenHandlung zeigt, nicht blos Was, sondern auchWie es geschehen möge (<"« ^sroc-no.) Und ebendeswegen ist die Fabel philosophischer und lehrreicher,als alle Beispiele der Geschichte. Sie geht auf dasFeste und Allgemeine, daß, wenn So etwas ge-geben sey, wahrscheinlich oder nothwendig So et-was folge; das Beispiel der Geschichte schildert nureinen einzelnen Falt, dem nicht anders als nachdem zweifelhaften Maas der Ähnlichkeit die An-