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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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59
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Dichtung und Fabel. 5)

gab, daß cr's schlecht entwickelt habe. Er ist kuerso weit davon entfernt, daß er die Fabel nicht ein-mal erklärt, indem er nur von einem einzigen,dazu auficrwesentlichen Gebrauch derselben redet:denn für öffentliche Staatsrcden in Griechenland istsie doch gewiß nicht zuerst und vorzüglich erfundenworden. Wenn man also den griechischen Pbiloso-phen auf der einen Seite tadelt, daß er die Fabelzum blos bistorischcn Beispiel erniedrige; und aufder andern ihm nnchspricht, daß die äsopische Fabelnur Beispiel sey, und als Beispiel wirke: so thutman ibm, wie mich dünkt, beidemal Unrecht. *)Er spricht hier nur als Rhetoriker, nicht als Philo-soph der Dichtung.

Zu seiner Poetik muß man gehen, wenn manseine Begriffe vom eigentlichen Wesen der Dichtkunstersabren will; und ob er wohl in diesem uns man-gelhaft zugekommenen Werk von der äsopischen Fa-bel selbst nicht redet: so redet er doch von derDichtung überhaupt, und von ihr in

Ansehung des Trauerspiels sehr genau und ausführ-lich. Wir dürfen also nur Alles, was der Tragödieeigenthümlich ist, weglassen: so wird die Natur derDichtung offenbar, worauf sich solche auch beziehenmöge.

Allgemein also sagt er: **)der Geschicht-schreiber und der Dichter unterscheiden sich nicht

*) Jenes ist Lessings, dieses ist Bodmers Meynung.

c, g.