Dichtung und Fabel. 67
einen allgemeinen Erfahrungssatz oder eine prak-rische Lehre
nach innerer Rothwendigkeit derselben
so anschaulich macht,
daß die Seele nicht etwa nur überredet,
sondern Kraft der vorgestelltcn Wahrheit selbst
sinnlich überzeugt werde.
Anhang.
Damit es nicht scheine, daß ich meine Fabek-theorie nur ausgestellt habe, um mich von meinenVorgängern zu unterscheiden; so will ich aus demgrößten Theoristcn aller Zeiten, dem Aristoteles,darthun, daß die seinige schwerlich eine andre hatteseyn können, wenn er diese Dichtungsart selbst z«behandeln werth gefunden hatte.
Er denkt an die äsopische Fabel in seiner Rhe-torik , *) und man hat daraus geschloffen, daß ersie eigentlich nicht für Poesie halte; ein gewag-ter Schluß, der im griechischen Philosophen keinenGrund findet. In seiner Rhetorik konnte er sic nur
*) I.. 2. c. 2».