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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
Entstehung
Seite
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Dichtung und Fabel.

und müssen in ihm handeln, nicht aus Willkühv,sondern aus Norhwendigkcit Er ge-

het fort durch ihr Leben, und kein Geschlecht kannihn andern. Da er nun zugleich stark ausgeprägtund nicht wie bei dem Menschen unbestimmt, wan-delbar und versteckt ist; da ihn jedermann, auch einKind, kennet, und von Jugend auf mit dem Na-men und mit der Gestalt des Gottes, des Baumsund Thiercs auch sein inneres Gepräge, ja mit derGeschichte desselben zugleich sein unwandelbares Schick-sal verbindet: so ist's eben die Fabel, die uns jetzteine Lehre, jetzt einen Er^ahrungssatz aus dieser Ge-schichte als noth wendig darstellt; mithin von denewigen Gesetztafeln der Natur uns ein Wort odereine Sylbe unauslöschlich iu's Gemöch präget. EineFabel, die diesen Zweck nicht erreicht, (und vieleirren weit von demselben,) kann zwar als ein er-läuterndes Beispiel, als eine uns zurvoende Para-bel, als eine zeitkürzende Erzählung gelten; dashohe Ziel ihrer Gattung aber hat sie verfehlet. Dennwozu die mühsame Dichtung? wozu der gaioze Ap-parat neugeschaffner Wesen und ihrer Verhältnissezu einander, wenn durch sic nicht etwas gelehrt undmit einer Kraft anschaulich gemacht werden konnte,wie solches uns weder Geschichte noch Parabel zulehren vermochte?

Zum Beweise meines Satzes liegt das ganzeFeld der erlesensten Fabeln vor mir, und ich habeMühe zu wählen. Wenn cs hier auf eine will-kührliche, klcinfüqige Menschenmoral ankäme, wel-chem Guten könnte nicht ein Uebel, welcher zu be-folgenden Pflicht nicht eine andre entgegengesetzt