Dichtung und Fabel.
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Fabel eigentlich eine zusammengesetzte Fabel,da für einen gegebnen Fall des wirklichen Lebensein anderer, ihm kongruenter erdichtet wird; so kanndiese Congrumz in der Sprache der Alten allerdingsAllegorie genannt werden. In jedem von beidenFallen ist nämlich der Erfahrungssatz oder die prak-tische Lehre anschaubar, mithin wird wirklich EineHandlung oder Begebenheit zur Anwendung für eineAndre als Allegorie gedichtet. — — Daß, wennunwichtige Ecsahrungssätze eingekleidet oder alberneMahrchen zu nützlichen Lebren alleqorisirt werd.n,auch alberne Allegorieen daher cntstebcn müssen, istunzweifelhaft; die Schuld dieses Fehlers aber liegtam Bearbeitenden, der so schlecht« Materialien wählte,nicht aber am Wesen der Kunst seiner Bearbeitung.— Glcichergesialt ist das Wort, Einkleidung,der Fabel eigentlich nicht anstößig; es steht auch deran schauenden Erkenntniß nicht entgegen.Von uralten Zeiten an hat man den Ausdruck geliebt,dass die Wahrheit, die sich selten nackt zeigen dürfe,sich angenehmer und anständiger einkleide. Diebesten Fabeldichter haben sich diese Idee zum Zweck
dang der Lehre, für welche er das unstreitigtreffendere Wort der Anschauung oder derü n sc ha u e n d e n E e k« n ntn i ß wählte, S.118 — ritz.. In Bodmers unäsopischen Fa-beln S. 2l!i. ist der Lessing'schen Theorie zwarwidersprochen; wenige Punkte derselben aber sind,wie es mir schein!, widerlegt worden, auch wodiese die Widerlegung selbst mit sich führten.
HrrdersW.Lit.u.Kunst, XHI,