Dichtung und Fabel.
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und Ort verkäme, sie unstreitig ihre Wirkung thate.Das ist aber einmal das Schicksal aller Sammlun-gen , sie mögen Fabeln, wieder, Epigramme, Sprü-che und was cs sey, enthalten: man giebt zer-
streute Blätter; Blumen, die ibrer Wurzel entrissensind, und also, wie auf einem Todtenbctt, verwelkttrauren. — Wie angenehm ist's im Gegcntbcil,wenn man bei Aesvv und Phadrus, bei Lessing,Hagedorn , Gleim, Geliert, Lichtwehr u. a. hie undda eine zusammengesetzte Fabel liefet. Man fühltsich gleichsam befriedigter, und wird gewahr, daßbillig eine jede Fabel so erfunden seyn, oder ft an-gewandt wurden sollte. Lcssing insonderheit ist inden zusammengesetzten Fabeln sehr glücklich.
/ Ferne scy's von mir, die einfache Fabel aus
unsrer jetzigen Bücherwelt zu verbannen, oder einenmüßigen Kopf aufzufordern, daß er zu jedem Werkjeglichen Meisters eine zweite Halste hinzufügc. Je-der Lehrer indessen schäme sich mit seinem Lehrlingedieser Mühe nicht. Statt die Moral der Dichtungweitlauftig zu erklären, und über sie neu zu mo-ralischen , *) setze er sie in einen Fall der Anwen-dung , und je mehr dieser mit dem erdichteten über-tinkommt, desto cindrücklichcr, lebhafter und schöner
5) Leider ist dies der Fall in den meisten AusgabenAesops für Kinder, deren keines doch die soge-nannten moralischen Erklärungen, die hinter je-der Fabel stehen, liefet. Ein eigentlicher Aesopfür Kinder ist mir noch nicht bekannt.